

FRAUENRECHTE IN PALÄSTINA
FRAUENRECHTE IN PALÄSTINA
Im Westjordanland sind Frauen anhaltender Gewalt ausgesetzt, während der Schutz durch die Behörden begrenzt bleibt. Fälle von häuslicher Gewalt und Femiziden werden regelmäßig gemeldet, dennoch gibt es bis heute kein umfassendes Gesetz, das häusliche Gewalt ausdrücklich kriminalisiert. Überlebende stoßen häufig auf polizeiliche Untätigkeit, Druck zur „Versöhnung“ mit den Tätern oder soziale Repressionen nach der Anzeige von Gewalt. Öffentlichkeitswirksame Tötungen von Frauen durch Angehörige haben Proteste ausgelöst, doch Strafverfolgung bleibt inkonsequent und Rechenschaft selten. Selbst bei schwerer oder tödlicher Gewalt werden Täter mitunter milde behandelt, was ein Klima der Straflosigkeit verstärkt.
Im Gazastreifen sind Frauen ähnlicher Gewalt ausgesetzt, jedoch unter noch stärkerer sozialer und institutioneller Kontrolle. Die Hamas-Behörden haben gezielt Maßnahmen ergriffen, um die Autonomie von Frauen einzuschränken, darunter Regelungen, die es männlichen Vormündern erlauben, unverheirateten Frauen Reisen rechtlich zu untersagen. Diese Kontrollen bestehen neben weit verbreiteter häuslicher Gewalt, ohne ein spezielles rechtliches Schutzsystem für Betroffene und mit nur wenigen zugänglichen Schutzunterkünften oder Unterstützungsangeboten. Frauen, die familiäre Autorität oder soziale Normen infrage stellen, riskieren Isolation, Vergeltung oder körperliche Gewalt, bei geringer Aussicht auf staatlichen Schutz.

