

LGBTQ-RECHTE IN PALÄSTINA
LGBTQ-RECHTE IN PALÄSTINA
Im Westjordanland leben LGBTQ+-Personen trotz fehlender ausdrücklicher Kriminalisierung gleichgeschlechtlicher Beziehungen unter ständiger Bedrohung. Behörden haben LGBTQ+-Aktivisten unter vagen Vorwürfen der „Moral“ oder „öffentlichen Ordnung“ schikaniert, festgenommen und eingeschüchtert. Im Jahr 2019 drohte die palästinensische Polizei öffentlich mit Festnahmen im Zusammenhang mit LGBTQ+-Organisationen, was eine Welle von Hetze und Drohungen gegen Aktivisten auslöste. Viele LGBTQ+-Palästinenser berichten von familiärer Gewalt, Zwang und Erpressung, häufig verbunden mit der Angst, sich an die Polizei zu wenden, die selbst zur Quelle von Verfolgung werden kann.
Im Gazastreifen sind LGBTQ+-Personen direkter Kriminalisierung und extremer Gefahr ausgesetzt. Gleichgeschlechtliche Beziehungen werden mit Haft bestraft, und Hamas-Behörden haben Personen festgenommen und misshandelt, die der „Unmoral“ beschuldigt wurden. Sichtbarkeit kann zu Festnahme, Folter oder gewaltsamen Vergeltungsmaßnahmen durch Familienangehörige führen. Eine offene LGBTQ+-Existenz ist faktisch unmöglich: Menschen werden zur Geheimhaltung, zu Zwangsehen oder zur Flucht gezwungen. Mehrere dokumentierte Fälle zeigen, dass die Identifizierung als schwul oder transgeschlechtlich lebensbedrohlich sein kann – ohne rechtlichen Schutz und ohne sichere Fluchtwege.

